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Die Dinge ändern sich... oder: Ich habe mich gefunden unter all dem Gerümpel

Die Reha ist nun vorbei. Fast 6 Wochen habe ich in Wuppertal verbracht - fern ab von Familie, Freunden, Facebook (die 3 Fs)

Nun bin ich zurück. Und das meine ich sogar doppeldeutig.

Ich habe Zeit gefunden, mich selbst mal genauer zu betrachten.  Wer bin ich? Was will ich eigentlich? Was will ich nicht? 

Alles Dinge, die bislang undenkbar waren. Ich war in meinem Leben überhaupt nicht präsent. Nein - das ist falsch. Ich war schon da, aber es ging nie darum, wie es MIR eigentlich mit dem Lauf des Lebens geht. Es ging mir immer nur darum, Erkenntnisse zu sammeln, was ANDERE über mich denken und daran habe ich meine eigene Wertigkeit gemessen.

Verstärkt wurde dieses Phänomen unausweichlich durch Facebook - ein Ort, an dem man ein tägliches Statement ablassen kann (oder auch zwei oder drei) in der Hoffnung, dass die Menschen, die man gern hat, ihren Daumen heben und mir damit zeigen: Das was Du da gerade von dir gegeben hast, ist toll.

Die 6 Wochen facebookfreie Zeit hat mir gezeigt, dass das Leben ohne eben dieses deutlich besser funktionieren kann, solange wir Menschen einfach mal wieder in Kontakt treten.

Die Menschheit hat auch schon vor Facebook funktioniert und - wie ich finde - sogar etwas besser.

Kommunikation ist der Schlüssel... warum nicht mal wieder auf die Menschen zugehen, statt Buchstaben in einen virtuellen Raum zu schmeissen? Warum nicht mal wieder anrufen? Oder einfach mal an der Tür klingeln?

Warum nicht mal wieder in geselliger Runde miteinander reden, statt auf das Smartphone zu starren?

Ich habe hier in den letzten Wochen ganz tolle Erfahrungen gemacht. Ich habe Menschen kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte. Menschen, die mit einer Offenheit an mich herangetreten sind und mit denen ich sehr lange und konstruktive Gespräche führen konnte.

Der Mensch ist einsam. Und diese Einsamkeit wandelt sich schnell in eine Art Verzweiflung.

Wir alle sollten wieder enger zusammenrücken. Öfter mal zuhören.

6 Wochen - ich denke, in dieser Zeit habe ich viel dazugelernt. Ich bin mir ein großes Stückchen näher gekommen.

Ich bin gut, wie ich bin. Ob mit oder ohne Facebook-Likes.

Und ich bin auch meines eigenen Glückes Schmied. Darum nehme ich mein Leben jetzt endlich wieder selbst in die Hand und mache das, was ich für richtig halte.

Ich werde beruflich neue Wege gehen, werde mich nochmal weiterbilden. Ich brauche einfach Herausforderungen.

Und ich will  mich mehr um meine Freundschaften kümmern. Gemütliche Treffen bei einem oder zwei Cocktails... lustige Spieleabende... alles, was so dazugehört.

Bei alledem will ich natürlich auch meine Kinder nicht vergessen. Ich merke inzwischen, wieviel man von diesen kleinen Menschlein lernen kann und ich freue mich, dass sie auf einem so guten Weg sind. 

Mein Leben ist schön. Und nun habe ich dies auch endlich erkannt - und alles was nicht schön ist, werde ich ändern - eins nach dem anderen.

 

29.12.14 11:34


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Kennt Ihr auch so Arbeitstage, die einfach kein Ende nehmen? Die so richtig mit Schwung nerven? In meiner vorigen Firma hat mich das irgendwann mal so tierisch angekotzt, dass daraus eine kleine Geschichte entstanden ist:

 

Ich stehe vor der Eingangstür....
Zwei Schlüssel wurden mir gegeben...
Unterschiedlich groß...
Ich nenne sie das „kleine Elend“ und das „große Elend“
Das kleine Elend ist für die Haupteingangstür... das ist noch zu ertragen.
Den wahren Horror schließt das „große Elend“ auf, die Tür zu unserem Büro.

Wie jeden Morgen sitzt es schon da... mein Feindbild Nummer 1.
Diese Kollegin, die einfach jeder hat und keiner mag.
Sie nimmt sich selbst zu wichtig... und plappert ohne Punkt und Komma.
Sie redet über Dinge, die ich nicht hören will und von denen ich hoffe, dass ich sie schnell wieder vergesse.

Ich nehme nur Satzfetzen wahr „Gestern im Fernsehen... das war toll...mein Mann und ich... haben wir gelacht...“... alles andere klingt für mich wie das Geschnatter einer Ente und ich habe im Kopf das Bild vor Augen... von dieser Ente... mit der Stimme meiner Kollegin... und ich drehe ihr den Hals um... das gefällt mir...

Das Telefon unterbricht meine Gedanken... ein Mann ist am Telefon. „Sie verkaufen doch Dichtungen?!“ Ich denke „Nein man... wir nennen uns nur Dichtungstechnik...wir verkaufen Brötchen... belegte Brötchen...“ Antworte dann aber ganz brav „Ja, da sind sie richtig informiert, womit kann ich ihnen behilflich sein?“

Ja, das war nett.. ich bin immer die nette Frau am Telefon... die freundliche Dame, mit der man gerne spricht... hilfsbereit... zuvorkommend... widerlich!
Ich hasse meinen Job... ich helfe gern... aber ich hasse es, Leuten Dinge zu verkaufen, die mich nicht interessieren. Dichtungen langweilen mich.

Nach einer halben Stunde Beratung sagt der Kunde „Ich überlege es mir noch“ - Kopfschuss... na danke auch.

Die Kollegin süffelt ihren 3. Kaffee und erzählt uns von ihrem Bauchtanzkurs... großartig... dieses Kopfkino werde ich nicht mehr los. Mir wird kotzübel und ich versuche mich mit der Arbeit abzulenken.

Die Zeit steht still... die Zeiger scheinen heute Rückwärts zu laufen...

Der nächste Kunde am Telefon. Er nuschelt... ich verstehe kein Wort. „Boah Typ, nimm die Wolldecke aus dem Mund“ denke ich... aber nein... „Ich habe Sie nicht verstanden, würden Sie das bitte nochmal wiederholen?“... ich spiele meine Rolle perfekt.

Die Kollegin beginnt meinem Kollegen einen Teil ihres Bauchtanzes vorzutanzen... ich ertrage es nicht mehr... ich mache die Augen zu... denke ans Meer... irgendeinen verlassenen Ort, wo kein anderer Mensch ist... nur ich allein...

Am Telefon nuschelt der Kunde „Sind sie noch da“ - na klar... bin ich... auch wenn ich am liebsten flüchten würde.

So zieht sich meine Zeit in dieser Hölle wie Kaugummi bis zum ersehnten Feierabend... ich nehme meine Tasche... ich kann das „kleine und das große Elend“ darin klimpern hören...

Und jetzt könnt ihr mich mal... ich bin weg! 

16.10.14 12:16


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