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Kennt Ihr auch so Arbeitstage, die einfach kein Ende nehmen? Die so richtig mit Schwung nerven? In meiner vorigen Firma hat mich das irgendwann mal so tierisch angekotzt, dass daraus eine kleine Geschichte entstanden ist:

 

Ich stehe vor der Eingangstür....
Zwei Schlüssel wurden mir gegeben...
Unterschiedlich groß...
Ich nenne sie das „kleine Elend“ und das „große Elend“
Das kleine Elend ist für die Haupteingangstür... das ist noch zu ertragen.
Den wahren Horror schließt das „große Elend“ auf, die Tür zu unserem Büro.

Wie jeden Morgen sitzt es schon da... mein Feindbild Nummer 1.
Diese Kollegin, die einfach jeder hat und keiner mag.
Sie nimmt sich selbst zu wichtig... und plappert ohne Punkt und Komma.
Sie redet über Dinge, die ich nicht hören will und von denen ich hoffe, dass ich sie schnell wieder vergesse.

Ich nehme nur Satzfetzen wahr „Gestern im Fernsehen... das war toll...mein Mann und ich... haben wir gelacht...“... alles andere klingt für mich wie das Geschnatter einer Ente und ich habe im Kopf das Bild vor Augen... von dieser Ente... mit der Stimme meiner Kollegin... und ich drehe ihr den Hals um... das gefällt mir...

Das Telefon unterbricht meine Gedanken... ein Mann ist am Telefon. „Sie verkaufen doch Dichtungen?!“ Ich denke „Nein man... wir nennen uns nur Dichtungstechnik...wir verkaufen Brötchen... belegte Brötchen...“ Antworte dann aber ganz brav „Ja, da sind sie richtig informiert, womit kann ich ihnen behilflich sein?“

Ja, das war nett.. ich bin immer die nette Frau am Telefon... die freundliche Dame, mit der man gerne spricht... hilfsbereit... zuvorkommend... widerlich!
Ich hasse meinen Job... ich helfe gern... aber ich hasse es, Leuten Dinge zu verkaufen, die mich nicht interessieren. Dichtungen langweilen mich.

Nach einer halben Stunde Beratung sagt der Kunde „Ich überlege es mir noch“ - Kopfschuss... na danke auch.

Die Kollegin süffelt ihren 3. Kaffee und erzählt uns von ihrem Bauchtanzkurs... großartig... dieses Kopfkino werde ich nicht mehr los. Mir wird kotzübel und ich versuche mich mit der Arbeit abzulenken.

Die Zeit steht still... die Zeiger scheinen heute Rückwärts zu laufen...

Der nächste Kunde am Telefon. Er nuschelt... ich verstehe kein Wort. „Boah Typ, nimm die Wolldecke aus dem Mund“ denke ich... aber nein... „Ich habe Sie nicht verstanden, würden Sie das bitte nochmal wiederholen?“... ich spiele meine Rolle perfekt.

Die Kollegin beginnt meinem Kollegen einen Teil ihres Bauchtanzes vorzutanzen... ich ertrage es nicht mehr... ich mache die Augen zu... denke ans Meer... irgendeinen verlassenen Ort, wo kein anderer Mensch ist... nur ich allein...

Am Telefon nuschelt der Kunde „Sind sie noch da“ - na klar... bin ich... auch wenn ich am liebsten flüchten würde.

So zieht sich meine Zeit in dieser Hölle wie Kaugummi bis zum ersehnten Feierabend... ich nehme meine Tasche... ich kann das „kleine und das große Elend“ darin klimpern hören...

Und jetzt könnt ihr mich mal... ich bin weg! 

16.10.14 12:16
 


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